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Entwurf. Stand: April 2008. Formate zum Herunterladen: PDF 1 Unser Lehrerbild(Lehrerin = exemplarisch, gilt natürlich auch für Lehrer) Unsere Lehrerin hat Freude am Kontakt mit Kindern und Jugendlichen und versteht sich in erster Linie als Pädagogin, die ihre Erziehungsfunktion klar bejaht. Sie hat grundsätzlich ein positives Menschenbild. Sie ist motiviert, lern- und vor allem auch sehr leistungsbereit. Flexibel steht sie Neuerungen gegenüber. Ist deswegen aber nicht unkritisch, bemüht sich aber immer um konstruktive Vorschläge und zeigt ein hohes Maß an Problemlösefähigkeit in den verschiedensten Bereichen. Sie zeichnet sich durch ihre Kommunikationsfähigkeit aus und zeigt diese im Kontakt mit den Schülern, den Eltern, den Kollegen, der Schulleitung als auch mit externen Partnern. Das Arbeiten im Team ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Ihren Unterricht gestaltet sie grundsätzlich in enger Zusammenarbeit mit ihren Kollegen. Gerne steht sie auch mal mit einem Kollegen in der Klasse. Alle Belange der individuellen Förderung der Schüler sowie des Unterrichts werden im Team besprochen. Unsere Lehrerin verfügt über ein umfangreiches Methodenrepertoire und weiß dieses auch einzusetzen. Insbesondere bei fächerübergreifenden und projektbezogenen Unterrichtsvorhaben. Nicht nur Wissensvermittlung und Bildung sondern auch Erziehen und Betreuen gehören zur Aufgabe der Lehrerin. Dabei gibt es aber Grenzen in der Lehrerinnenrolle. Werden diese deutlich, geht die Lehrerin auf Experten zu bzw. bemüht sich um deren Aktivierung. Wichtig ist ihr auch die Zusammenarbeit mit den Eltern: So ist sie bemüht die Eltern regelmäßig über ihre Unterrichtsplanung zu informieren und Anregungen der Eltern in ihre Unterrichtsgestaltung mit ein zu bezie-hen. Sie versucht auch Eltern zu motivieren sich bei Projekten oder Schulveranstaltungen zu engagieren. Sie zeichnet sich durch eine hohe Diagnosefähigkeit in bezug auf die Schülerleistungen aus und dies ausdrücklich jenseits der alt hergebrachten Ziffernnote. Anhand von Lernstandskontrollen entwickelt sie zusammen mit den Schülern individuelle Lernpläne und macht entsprechend zugeschnittene Lernangebote. Das Prinzip der inneren Differenzierung hat sie verinnerlicht. Es prägt ihren Unterricht. Der Arbeitsplatz unserer Lehrerin ist in der Schule. Dies gibt Gelegenheit zur Auflösung der Stundenpläne und des 45min-Taktes, zu individueller Förderung, Elterngesprächen, Teamarbeit und Entwicklung des Schulprofils. Regelmäßiges nächtliches Arbeiten in Einzelkämpfermanier gibt es bei ihr nicht mehr. Zudem ist das Thema Schulentwicklung für sie ein großes Anliegen. Mit Engagement und guten Ideen will sie in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten die Qualität ihrer Schule ständig verbessern. Auch an globaleren bildungspolitischen und allgemeinpolitischen Themen hat sie Interesse. Sie verfügt über eine fundierte Fachkompetenz und motiviert ihre Schüler durch den eigenen Enthusiasmus für ihrem fachlichen Schwerpunkt. Sie bemüht sich um eine ständige Aktualisierung des eigenen Wissens, kann es aber auch mal zulassen spontan keine passende Antwort auf eine weitergehende Schülerfrage zu haben. Allgemein versteht sich unsere Lehrerin nicht als Mrs. Perfect, sondern als eine ambitionierte Pädagogin, die ihr eigenes Tun reflektiert und sich dadurch weiterentwickelt. Sie kann Kritik formulieren und entgegennehmen. Um leistungsorientierte und engagierte Lehrerinnen zu gewinnen, bedarf es keines Beamtenstatus. 2 Modelle einer reformierten Lehrerbildung2.1 EinleitendesGrundsätzlich soll die Lehrerbildung eine klare Struktur bekommen. D.h. die Lehrerausbildung als auch die Lehrerfortbildung wird in gemeinsamen Lehrerbildungszentren konzentriert. So wird Kompetenz gebündelt und ein breiter Austausch zwischen bereits aktiven und angehenden Lehrern ermöglicht. Personell sollen diese Lehrerbildungszentren sowohl von ausgebildeten Lehrern als auch von Erziehungswissenschaftlern getragen werden. Die Aus- und Fortbildung wird so wissenschaftlich fundiert und strukturiert, und die Forschung erhält eine wichtige Anbindung zur Praxis und damit ihre empirische Grundlage. Die Lehrenden an der Universität gehen als Vorbilder für neue Unterrichtsmethoden während des Studiums voran. Durch die Integration der Erstausbildung und der Fortbildung in einem Lehrerzentrum wird ein fließender Übergang von der Aus- zur ständigen Fortbildung ermöglicht. Fehlende Module können jeder Zeit ergänzt, schon vorhandene Qualifikationen aufgefrischt bzw. aktualisiert werden. Das Studium orientiert sich am europäischen Standard der Bachelor/Master-Abschlüsse und ist modular aufgebaut. Da wir grundsätzlich kein schulartbezogenes Lehramtsstudium wollen, können die Studierenden während des Studiums und auch danach Schwerpunkte z.B. bezüglich spezifischer Schülergruppen setzen. Um den Bachelor und anschließend den Master zu erreichen, muss eine bestimmte Anzahl an Credit-Punkten gesammelt werden. Grundsätzlich gestalten die Hochschulen Prüfungen und genaue Ausführung der Studiengänge. Der staatliche Einfluss wird über eine Beteiligung des Staates bei der Anerkennung und Evaluierung (Akkreditierung) der Studiengänge und von ihm vorzugebende Standards gewahrt. 2.2 Allgemeines zu den StudieninhaltenDer strukturelle Rahmen der Ausbildung ist wichtig. Zentrale Bedeutung für die Steigerung der Studienqualität kommt aber den Inhalten der Module zu. So muss vor allem der pädagogische, psychologische und didaktische Bereich mit der Schulpraxis verzahnt werden. D.h. Theorie und Praxis müssen intensiv aufeinander bezogen werden. Erst eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Theorie ermöglicht in ihrer Anwendung die Rechtfertigung und Reflexion über die didaktische Praxis. Diese Praxis muss wiederum die empirische Grundlage für die Entwicklung und Diskussion von wissenschaftlichen Theorien sein. Die Studierenden sollen in diesen Praxis-Theorie-Bezug möglichst früh eingeführt werden, um eine sichere Reflexion über ihr eigenes pädagogisches Handeln nachhaltig zu verankern. Die Kompetenz, Distanz zum eigenen pädagogischen Handeln einzunehmen, soll in der späteren Berufspraxis vor Orientierungslosigkeit schützen und die Bereitschaft zu Weiterbildungsanstrengungen unterstützen. Das Studium muss eine fundierte medientechnische Ausbildung beinhalten sowie unterrichtstechnische Grundlagen, wie Sprechfertigkeit, Mimik und Gestik, Moderationstechnik vermitteln. In besonderen Angeboten sollen die kommunikativen Kompetenzen der Studierenden mit Blick auf konkrete schulpädagogische Anforderungen entwickelt werden: Wie gestalte ich etwa ein Schüler-Lehrer oder Eltern-Lehrer-Gespräch? Wie reagiere ich auf Schüleräußerungen oder Störungen? Neben pädagogischen, psychologischen und fachdidaktischen Inhalten, muss schon während des Studiums intensiv an der Klärung und Herausbildung einer stabilen LehrerInnenpersönlichkeit gearbeitet werden. Zudem müssen angehende Lehrer auf die vielfältigen gesellschaftspolitischen Problemstellungen vorbereitet werden. Wie kann ich Schülergruppen mit den unterschiedlichsten Familienhintergründen integrieren? Entsprechend müssen sonderpädagogische und diagnostische Inhalte erarbeitet werden. Lehrer sollten zudem über eine umfassende Bildung verfügen, die nicht an den Grenzen des eigenen Fachs endet. Entsprechend sollten Grundlagenmodule in allen möglichen Fachbe-reichen, insbesondere auch in Fremdsprachen, belegt werden. 2.3 StudienaufbauUnser Modell der Lehramtsausbildung gliedert sich in drei Phasen:
Das Bachelor-Studium qualifiziert grundsätzlich für einen pädagogischen Beruf. Die Praxisorientierung dominiert, verdrängt Theorie aber nicht. Schwerpunkte sind erziehungs- und bildungswissenschaftliche Inhalte mit einem schulpädagogischen Kern. Ein schuldidaktisch orientierter fachwissenschaftlicher Teil schafft ein ausreichendes Fundament, darf aber nicht überwiegen und wird durch einen allgemeinbildenden Teil ergänzt. Praxis- und Reflexionsangebote gewährleisten, dass bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Eignung für eine pädagogische Aufgabe geklärt werden kann. Zum Ende des BA-Studiums muss eine fundierte Einschätzung der Person und deren Bereitschaft in einem vor allem kommunikativen und sozialen Beruf mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten erfolgt sein. Außerdem müssen Grundvoraussetzungen in Bezug auf Teamfähigkeit und kritischer Eigenreflexion bei den Bewerbern gegeben sein. Unverzichtbar sind daher natürlich auch erste umfassende Erfahrungen in der pädagogischen Praxis. Ziel ist es, durch intensive Begleitung die Abbrecherquote möglichst gering zu halten und Frustrationen wegen falscher Vorstellungen und Erwartungen bei allen Beteiligten vorzubeugen. Die Studierenden sollen von Anfang eine hohe Bindung zu Schule und damit zu ihrem angestrebten Beruf bekommen. Sie sollen möglichst rasch beginnen, ihre Lehrerpersönlichkeit zu entwickeln, schulisches Handwerkszeug zu lernen und Verantwortung an Schulen zu übernehmen. Es sollten in möglichst viele praktische Erfahrungen gesammelt werden. Möglich wäre ein semesterübergreifendes Modul mit einer festen Unterrichtsverantwortung einmal wöchentlich an einer Schule als eine Art Assistenzlehrer oder ein Praxissemester an einer Schule. Außerdem sollten auch fachliche Grundlagen jenseits des eigenen Schwerpunkts vermittelt werden, um das Prinzip des fächerübergreifenden Unterrichtens schon im Studium deutlich zu machen. Die Studierenden müssen sich erst nach dem Bachelor endgültig entscheiden, ob sie wirklich den Master für den Lehrerberuf realisieren oder eine andere pädagogische Aufgabe anstreben wollen. Entscheiden sie sich für das Studium des Lehrer-Masters, so können sie jetzt Spezialisierungen nach Jahrgangsgruppen (Sekundarstufe I oder II) und/oder Fachschwerpunkten (besonders im Sekundarstufe-II-Bereich) wählen. Grundsätzlich soll das Masterstudium aber eine Lehrqualifikation für die neunjährige gemeinsame Schule vermitteln. D.h. mit dem Master "Lehrer" kann in allen Jahrgangstufen von eins bis neun unterrichtet werden. Die Schulen können allerdings vertiefende Zusatzqualifizierungen verlangen, damit ein Absolvent z.B. im Primarbereich unterrichten kann. Im Master-Studium steigt der fachwissenschaftliche Schwerpunkt gegenüber dem BA-Studium an. Für gewisse Bereiche müssen zudem Sonderqualifikationen erworben werden. Möchte ein Studierender beispielsweise später vor allem im Oberstufenbereich tätig sein, so muss er seine fachlichen Kenntnisse vertiefen und Module belegen, die spezifische Unterrichtsmethoden für ältere Schüler vermitteln. Ebenso ist es für sonderpädagogischen Bereich sicher sinnvoll, dass sich Lehrer schon im Studium entsprechende Sonderqualifikationen aneignen. Auch im Masterstudium sollte mindestens ein Semester mit Unterrichtsverantwortung an einer Schule verbracht werden. Die Praktika werden durch Fachleute begleitet und reflektiert. Die Praktikumsschule ist mit verantwortlich für eine systematische und stärkere Betreuung. Sie erhält das hierfür nötige Personalkontingent. Studierende sollen im Praktikum verbindliche BegleiterInnen von LehrerInnnen sein, umfassende hospitieren und eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen können. Die Abschlussprüfungen liegen in der Verantwortung der Hochschulen, wie auch die konkrete Ausführung des Bachelor- und Masterstudiums den Hochschulen obliegen, abgesichert durch eine staatliche Akkreditierung der Studiengänge. Die formale Ausbildung zur LehrerIn ist mit dem Master abgeschlossen. Das nun folgende einjährige Referendariat dient als intensiv begleitete Berufseinstiegsphase. Das Referendariat beginnt mit einer geringen Praxisverpflichtung und einem hohen Anteil an Theorie und Reflexion. Das Verhältnis kehrt sich im Lauf des Jahres um. Es können noch zur Vertiefung der beruflichen Kompetenzen notwendige theoretische Module nachgeholt oder ergänzt werden. Begleitetet wird das Referendariat von Fachleuten der Schule in intensiver Rückkoppelung mit den Lehrerbildungszentren. Am Ende steht ein gemeinsames Evaluationsgespräch und ein "Zwischenzeugnis" im Sinne eines Arbeitszeugnisses, mit dem sich die dann fertigen LehrerInnen an den Schulen bewerben können. |